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Technik & Standards

CPV-Codes

CPV-Codes sind ein europaweit einheitliches Klassifikationssystem für öffentliche Aufträge, das die Beschreibung des Auftragsgegenstands standardisiert.

Was bedeutet CPV-Codes?

CPV steht für Common Procurement Vocabulary (Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge) und ist ein europaweit standardisiertes Klassifikationssystem zur Beschreibung des Gegenstands öffentlicher Aufträge. Jeder CPV-Code besteht aus einer achtstelligen Ziffernfolge, die hierarchisch gegliedert ist und den Auftragsgegenstand von einer allgemeinen Kategorie bis hin zu einer spezifischen Leistung beschreibt. Ergänzend können optionale Zusatzcodes verwendet werden, die weitere Merkmale wie Material, Zweck oder Region spezifizieren.

Die Struktur des CPV-Codes setzt sich wie folgt zusammen: Die ersten zwei Ziffern bezeichnen die Abteilung (zum Beispiel 72 für IT-Dienstleistungen), die dritte Ziffer die Gruppe, die vierte die Klasse und die fünfte die Kategorie. Die letzten drei Ziffern ermöglichen eine weitere Untergliederung. So steht beispielsweise der Code 72212000-4 für Programmierdienstleistungen für Anwendungssoftware.

Die Angabe des CPV-Codes in der Auftragsbekanntmachung ist bei EU-weiten Vergabeverfahren verpflichtend. Der Hauptcode (Haupt-CPV) beschreibt den primären Auftragsgegenstand, während zusätzliche CPV-Codes weitere Leistungsbestandteile abbilden können. Die korrekte Zuordnung des CPV-Codes ist von großer Bedeutung, da er als primäres Suchkriterium in der TED-Datenbank und auf Vergabeportalen dient und somit die Auffindbarkeit der Ausschreibung bestimmt.

Zahlen & Fakten

KenngrößeWert
Länge des CPV-Hauptcodes8 Ziffern + 1 Prüfziffer
Anzahl Hierarchieebenen5 (Abteilung, Gruppe, Klasse, Kategorie, Unterkategorie)
Anzahl Abteilungen (zweistellige Hauptcodes)45
Rechtsgrundlage CPV-VokabularVO (EG) Nr. 213/2008
EU-Richtlinie Pflicht-AngabeArt. 23 RL 2014/24/EU
eForms-Pflicht ab25. Oktober 2023
Beispiel IT-Programmierung72212000-4

Relevanz für Bieter

Für Bieter sind CPV-Codes das wichtigste Werkzeug zur systematischen Suche nach relevanten Ausschreibungen. Durch die Einrichtung von Suchprofilen mit den für ihr Leistungsspektrum relevanten CPV-Codes können Unternehmen sicherstellen, dass sie keine passenden Ausschreibungen verpassen. Die meisten Vergabeportale und Monitoring-Dienste bieten die Möglichkeit, Benachrichtigungen auf Basis von CPV-Codes einzurichten.

Bieter sollten sich mit der CPV-Systematik vertraut machen und die für ihr Tätigkeitsfeld relevanten Codes kennen. Da Auftraggeber gelegentlich unpassende oder zu allgemeine CPV-Codes verwenden, empfiehlt es sich, die Suche nicht zu eng zu fassen und verwandte Codes ebenfalls zu berücksichtigen. Eine fehlerhafte CPV-Zuordnung durch den Auftraggeber kann unter Umständen als Vergaberechtsverstoß gerügt werden, wenn dadurch der Wettbewerb eingeschränkt wird.

Rechtlicher Rahmen

Die Verwendung der CPV-Codes ist durch die Verordnung (EG) Nr. 213/2008 der Europäischen Kommission geregelt, die das CPV-Vokabular festlegt und regelmäßig aktualisiert wird. Die Pflicht zur Angabe des CPV-Codes in der Bekanntmachung ergibt sich aus der EU-Vergaberichtlinie 2014/24/EU und ist in Deutschland über die VgV umgesetzt. Im Kontext der eForms-Verordnung ist die standardisierte Angabe von CPV-Codes ein Pflichtbestandteil der elektronischen Bekanntmachungsformulare.

Verwandte Begriffe

Bindefrist
Die Bindefrist ist der Zeitraum, während dessen ein Bieter an sein abgegebenes Angebot gebunden ist und es nicht zurückziehen oder ändern darf.
Digitale Angebotsabgabe
Die digitale Angebotsabgabe bezeichnet die elektronische Einreichung von Angeboten über Vergabeportale im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen.
NUTS-Codes
NUTS-Codes sind eine hierarchische Systematik zur geografischen Klassifizierung von Regionen in der EU, die im Vergabewesen zur Ortsangabe von Aufträgen verwendet wird.
eForms
eForms sind die europäisch standardisierten elektronischen Formulare für die Veröffentlichung von Bekanntmachungen im öffentlichen Auftragswesen.
Auftragsbekanntmachung
Die Auftragsbekanntmachung ist die öffentliche Veroffentlichung einer Ausschreibung, die den Wettbewerb eröffnet und Unternehmen zur Angebotsabgabe auffordert.
AVPQ (Amtliches Verzeichnis Präqualifizierter Unternehmen)
Das AVPQ ist ein offizielles Register, in dem Unternehmen ihre grundsätzliche Eignung für öffentliche Aufträge vorab nachweisen und eintragen lassen können.
Vergabeportal
Ein Vergabeportal ist eine elektronische Plattform, über die öffentliche Auftraggeber Ausschreibungen veröffentlichen und die gesamte Vergabekommunikation abwickeln.
E-Vergabe
E-Vergabe bezeichnet die vollständig elektronische Abwicklung öffentlicher Vergabeverfahren von der Bekanntmachung bis zur Zuschlagserteilung.
TED (Tenders Electronic Daily)
TED ist die offizielle Online-Plattform der Europäischen Union zur Veröffentlichung von Ausschreibungen öffentlicher Aufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte.