Vergabe-Glossar
Alle Begriffe rund um Ausschreibungen und Vergaberecht
Von A wie Auftraggeber bis Z wie Zuschlagskriterien: Unser Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe aus dem öffentlichen Vergabewesen verständlich und praxisnah.
A
- Anforderungsfrist
- Die Anforderungsfrist ist die Frist, innerhalb derer Unternehmen die Vergabeunterlagen beim Auftraggeber anfordern koennen.
- Angebotsfrist
- Die Angebotsfrist ist die vom Auftraggeber festgelegte Frist, innerhalb derer Bieter ihre Angebote einreichen muessen.
- Auftraggeber
- Der Auftraggeber ist die oeffentliche Stelle, die im Rahmen eines Vergabeverfahrens Leistungen ausschreibt und Auftraege vergibt.
- Auftragsarten
- Auftragsarten bezeichnen die Klassifikation oeffentlicher Auftraege in Liefer-, Dienst- und Bauauftraege gemaess dem Vergaberecht.
- Auftragsbekanntmachung
- Die Auftragsbekanntmachung ist die oeffentliche Veroffentlichung einer Ausschreibung, die den Wettbewerb eroeffnet und Unternehmen zur Angebotsabgabe auffordert.
- Auftragsvolumen
- Das Auftragsvolumen bezeichnet den geschaetzten Gesamtwert eines oeffentlichen Auftrags und ist massgeblich fuer die Bestimmung der anwendbaren Vergabevorschriften.
- Ausschreibungsarten
- Ausschreibungsarten bezeichnen die verschiedenen Vergabeverfahren, die oeffentlichen Auftraggebern zur Beschaffung von Leistungen zur Verfuegung stehen.
- AVPQ (Amtliches Verzeichnis Praequalifizierter Unternehmen)
- Das AVPQ ist ein offizielles Register, in dem Unternehmen ihre grundsaetzliche Eignung fuer oeffentliche Auftraege vorab nachweisen und eintragen lassen koennen.
B
- Beschraenkte Ausschreibung
- Die beschraenkte Ausschreibung ist ein Vergabeverfahren im Unterschwellenbereich, bei dem nur ausgewaehlte Unternehmen zur Angebotsabgabe aufgefordert werden.
- Bewerbungsfrist
- Die Bewerbungsfrist ist die Frist, innerhalb derer Unternehmen ihren Teilnahmeantrag in einem Vergabeverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb einreichen muessen.
- Bieterfragen
- Bieterfragen sind Rueckfragen von Unternehmen an den Auftraggeber zur Klaerung von Unklarheiten in den Vergabeunterlagen waehrend eines laufenden Vergabeverfahrens.
- Bietergemeinschaft
- Eine Bietergemeinschaft ist ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen, die gemeinsam ein Angebot auf eine oeffentliche Ausschreibung abgeben.
- Bindefrist
- Die Bindefrist ist der Zeitraum, waehrend dessen ein Bieter an sein abgegebenes Angebot gebunden ist und es nicht zurueckziehen oder aendern darf.
C
- CPV-Codes
- CPV-Codes sind ein europaweit einheitliches Klassifikationssystem fuer oeffentliche Auftraege, das die Beschreibung des Auftragsgegenstands standardisiert.
D
- Digitale Angebotsabgabe
- Die digitale Angebotsabgabe bezeichnet die elektronische Einreichung von Angeboten ueber Vergabeportale im Rahmen oeffentlicher Ausschreibungen.
- Direktvergabe
- Die Direktvergabe ist die formfreie Vergabe eines oeffentlichen Auftrags an ein einzelnes Unternehmen ohne foermliches Vergabeverfahren unterhalb bestimmter Wertgrenzen.
E
- E-Vergabe
- E-Vergabe bezeichnet die vollstaendig elektronische Abwicklung oeffentlicher Vergabeverfahren von der Bekanntmachung bis zur Zuschlagserteilung.
- eForms
- eForms sind die europaeisch standardisierten elektronischen Formulare fuer die Veroeffentlichung von Bekanntmachungen im oeffentlichen Auftragswesen.
- Eignungsleihe
- Die Eignungsleihe ermoeglicht es Bietern, sich zum Nachweis ihrer Eignung auf die Kapazitaeten anderer Unternehmen zu stuetzen.
- Einheitliche Europaeische Eigenerklaerung (EEE)
- Die Einheitliche Europaeische Eigenerklaerung ist ein standardisiertes Formular, mit dem Bieter ihre Eignung fuer oeffentliche Auftraege vorlaeufig nachweisen koennen.
- Einspruchsfrist
- Die Einspruchsfrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen Bieter vergaberechtliche Verstoesse ruegen oder ein Nachpruefungsverfahren einleiten koennen.
- Einstufiges Vergabeverfahren
- Ein einstufiges Vergabeverfahren ist ein Verfahren, bei dem alle Bieter in einer einzigen Phase ihre Angebote einreichen, ohne vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb.
- Elektronische Signatur
- Die elektronische Signatur ist ein digitales Verfahren zur Authentifizierung und Integritaetssicherung von Dokumenten im Rahmen der elektronischen Vergabe.
- EVB-IT
- EVB-IT sind standardisierte Vertragsmuster fuer die Beschaffung von IT-Leistungen durch oeffentliche Auftraggeber in Deutschland.
- Ex-ante Ausschreibung
- Die Ex-ante Ausschreibung ist eine Vorabbekanntmachung, mit der oeffentliche Auftraggeber geplante Vergabeverfahren fruehzeitig ankuendigen.
- Ex-post Bekanntmachung
- Die Ex-post Bekanntmachung informiert nach Abschluss eines Vergabeverfahrens oeffentlich ueber den erteilten Zuschlag und die wesentlichen Auftragsdaten.
F
- Freihaendige Vergabe
- Die freihaendige Vergabe ist ein informelles Vergabeverfahren im Unterschwellenbereich, bei dem der Auftraggeber direkt mit Unternehmen ueber die Auftragsvergabe verhandeln kann.
G
- GAEB
- GAEB ist ein standardisiertes Datenformat fuer den elektronischen Austausch von Leistungsverzeichnissen und Angebotsdaten im Bauwesen.
- Generalunternehmer
- Ein Generalunternehmer uebernimmt die Gesamtverantwortung fuer die Ausfuehrung eines oeffentlichen Auftrags und koordiniert die erforderlichen Nachunternehmer.
- GWB (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschraenkungen)
- Das GWB ist das zentrale deutsche Wettbewerbsgesetz, das im vierten Teil die grundlegenden Regeln fuer das oeffentliche Vergabewesen enthaelt.
H
- Hauptangebot
- Das Hauptangebot ist das primaere Angebot eines Bieters, das exakt den Vorgaben der Vergabeunterlagen und des Leistungsverzeichnisses entspricht.
I
- Innovationspartnerschaft
- Die Innovationspartnerschaft ist ein Vergabeverfahren zur gemeinsamen Entwicklung und anschliessenden Beschaffung innovativer Produkte, Dienstleistungen oder Bauleistungen.
K
- Konzessionsvergabeverordnung (KonzVgV)
- Die Konzessionsvergabeverordnung regelt die Vergabe von Bau- und Dienstleistungskonzessionen durch oeffentliche Auftraggeber und Konzessionsgeber in Deutschland.
L
- Leistungsverzeichnis
- Das Leistungsverzeichnis beschreibt die zu erbringenden Leistungen einer Ausschreibung detailliert und bildet die Grundlage fuer die Angebotskalkulation.
- Lieferfrist
- Die Lieferfrist bezeichnet den Zeitraum, innerhalb dessen der Auftragnehmer die vertraglich geschuldete Leistung erbringen oder Waren liefern muss.
- Losaufteilung
- Die Losaufteilung bezeichnet die Unterteilung eines oeffentlichen Auftrags in mehrere Teillose, um den Wettbewerb zu foerdern und mittelstaendischen Unternehmen den Zugang zu erleichtern.
N
- Nachhaltige Beschaffung
- Nachhaltige Beschaffung bezeichnet die Integration oekologischer, sozialer und wirtschaftlicher Kriterien in oeffentliche Vergabeverfahren.
- Nachpruefungsverfahren
- Das Nachpruefungsverfahren ist das formelle Rechtsschutzverfahren, mit dem Bieter Verstoesse gegen Vergaberecht im Oberschwellenbereich vor der Vergabekammer anfechten koennen.
- Nachunternehmer
- Ein Nachunternehmer ist ein Unternehmen, das vom Hauptauftragnehmer mit der Ausfuehrung bestimmter Teile eines oeffentlichen Auftrags beauftragt wird.
- Nebenangebot
- Ein Nebenangebot ist ein Angebot, das von den Vorgaben der Vergabeunterlagen abweicht und eine alternative Loesung vorschlaegt.
- Nicht-offenes Verfahren
- Das nicht-offene Verfahren ist ein zweistufiges Vergabeverfahren, bei dem zunaechst ein Teilnahmewettbewerb stattfindet und anschliessend nur ausgewaehlte Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert werden.
- NUTS-Codes
- NUTS-Codes sind eine hierarchische Systematik zur geografischen Klassifizierung von Regionen in der EU, die im Vergabewesen zur Ortsangabe von Auftraegen verwendet wird.
O
- Offenes Verfahren
- Das offene Verfahren ist die transparenteste Vergabeart, bei der jedes interessierte Unternehmen ein Angebot abgeben kann, ohne dass eine Vorauswahl stattfindet.
P
- Praequalifizierung
- Die Praequalifizierung ist ein vorgelagertes Verfahren, bei dem Unternehmen ihre grundsaetzliche Eignung fuer oeffentliche Auftraege vorab nachweisen und in einem Register eintragen lassen.
R
- Rahmenvereinbarung
- Eine Rahmenvereinbarung ist ein Vertrag zwischen einem oeffentlichen Auftraggeber und einem oder mehreren Unternehmen, der die Bedingungen fuer kuenftige Einzelauftraege waehrend einer bestimmten Laufzeit festlegt.
- Rechtsmittelverfahren
- Das Rechtsmittelverfahren bezeichnet die gerichtliche Ueberpruefung von Entscheidungen der Vergabekammer durch den Vergabesenat des zustaendigen Oberlandesgerichts.
S
- Schwellenwerte
- Schwellenwerte sind die gesetzlich festgelegten Auftragswertgrenzen, ab denen oeffentliche Auftraege nach dem strengeren EU-Vergaberecht ausgeschrieben werden muessen.
- Sektorenverordnung (SektVO)
- Die Sektorenverordnung regelt die Vergabe oeffentlicher Auftraege durch Auftraggeber in den Bereichen Wasser, Energie, Verkehr und Postdienste.
- Stillhaltefrist
- Die Stillhaltefrist ist eine gesetzliche Wartefrist zwischen der Information der Bieter ueber die Zuschlagsentscheidung und der tatsaechlichen Zuschlagserteilung.
- Submission
- Die Submission ist der formelle Akt der Angebotseroeffnung, bei dem die eingegangenen Angebote zu einem festgelegten Zeitpunkt geoeffnet und dokumentiert werden.
T
- TED (Tenders Electronic Daily)
- TED ist die offizielle Online-Plattform der Europaeischen Union zur Veroeffentlichung von Ausschreibungen oeffentlicher Auftraege oberhalb der EU-Schwellenwerte.
- Teilnahmefrist
- Die Teilnahmefrist ist die Frist, innerhalb derer Unternehmen in einem zweistufigen Vergabeverfahren ihren Teilnahmeantrag einreichen muessen.
- Teilnahmewettbewerb
- Der Teilnahmewettbewerb ist die erste Stufe eines zweistufigen Vergabeverfahrens, in der Unternehmen ihre Eignung nachweisen und fuer die Angebotsphase ausgewaehlt werden.
U
- Unterschwellenvergabeordnung (UVgO)
- Die Unterschwellenvergabeordnung regelt die Vergabe oeffentlicher Liefer- und Dienstleistungsauftraege unterhalb der EU-Schwellenwerte.
V
- Vergabekammer
- Die Vergabekammer ist die zustaendige Instanz fuer die Ueberpruefung von Vergabeentscheidungen oeffentlicher Auftraggeber im Oberschwellenbereich.
- Vergabeportal
- Ein Vergabeportal ist eine elektronische Plattform, ueber die oeffentliche Auftraggeber Ausschreibungen veroeffentlichen und die gesamte Vergabekommunikation abwickeln.
- Vergaberecht
- Das Vergaberecht umfasst die Gesamtheit der Rechtsvorschriften, die regeln, wie oeffentliche Auftraggeber Auftraege fuer Bauleistungen, Liefer- und Dienstleistungen vergeben muessen.
- Vergabeunterlagen
- Vergabeunterlagen sind die Gesamtheit aller Dokumente, die der oeffentliche Auftraggeber den Bietern zur Erstellung ihres Angebots zur Verfuegung stellt.
- Verhandlungsverfahren
- Das Verhandlungsverfahren ist eine Vergabeart, bei der der Auftraggeber mit ausgewaehlten Bietern ueber die Angebotsinhalte und -konditionen verhandeln kann.
- VgV (Vergabeverordnung)
- Die Vergabeverordnung (VgV) ist die zentrale Rechtsverordnung fuer die Vergabe oeffentlicher Liefer- und Dienstleistungsauftraege im Oberschwellenbereich.
- VOB (Vergabe- und Vertragsordnung fuer Bauleistungen)
- Die VOB ist das zentrale Regelwerk fuer die Vergabe und vertragliche Abwicklung von Bauleistungen in Deutschland.
- VOF (Vergabeordnung fuer freiberufliche Leistungen)
- Die VOF war die Vergabeordnung fuer die Vergabe von freiberuflichen Leistungen wie Architekten- und Ingenieurleistungen durch oeffentliche Auftraggeber.
- VOL (Vergabe- und Vertragsordnung fuer Leistungen)
- Die VOL war das Regelwerk fuer die Vergabe und vertragliche Abwicklung von Liefer- und Dienstleistungsauftraegen der oeffentlichen Hand.
- Vorabinformation
- Die Vorabinformation ist die gesetzlich vorgeschriebene Mitteilung des Auftraggebers an nicht beruecksichtigte Bieter ueber die beabsichtigte Zuschlagsentscheidung.
- Vorinformation
- Die Vorinformation ist eine fruehzeitige Bekanntmachung, mit der oeffentliche Auftraggeber den Markt ueber geplante Beschaffungsvorhaben informieren.
W
- Wettbewerblicher Dialog
- Der wettbewerbliche Dialog ist ein Vergabeverfahren fuer besonders komplexe Auftraege, bei dem der Auftraggeber mit ausgewaehlten Bewerbern eine Loesung erarbeitet.
Z
- Zuschlagsfrist
- Die Zuschlagsfrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen der oeffentliche Auftraggeber den Zuschlag auf ein Angebot erteilen muss, bevor die Bieter nicht mehr an ihre Angebote gebunden sind.
- Zuschlagskriterien
- Zuschlagskriterien sind die vom Auftraggeber festgelegten Bewertungsmasstaebe, anhand derer das wirtschaftlichste Angebot ermittelt und der Zuschlag erteilt wird.
- Zweistufiges Vergabeverfahren
- Ein zweistufiges Vergabeverfahren unterteilt den Vergabeprozess in eine Teilnahmephase zur Eignungspruefung und eine anschliessende Angebotsphase fuer ausgewaehlte Bewerber.